Wann liegt ein

Wann liegt ein "kleines Vereinsfest" vor?

Veranstaltet ein gemeinnütziger Verein eine gesellige Veranstaltung in Form eines sogenannten kleinen Vereinsfestes, so kann dieses steuerlich begünstigt sein.
Ein kleines Vereinsfest, welches mit der Erfüllung des Vereinszweckes in Zusammenhang steht, aber nicht unentbehrlich ist, wird von der Finanz unter bestimmten Voraussetzungen als entbehrlicher Hilfsbetrieb eingestuft. Ein derartiger Betrieb ist für die steuerliche Begünstigung des gesamten Vereins zwar grundsätzlich nicht schädlich, Zufallsüberschüsse unterliegen aber der Körperschaftsteuer (Freibetrag im Kalenderjahr aber gesamt € 10.000,00).

Ein "kleines Vereinsfest" ist als entbehrlicher Hilfsbetrieb des Vereins auch von der Umsatzsteuer befreit und unterliegt auch nicht der Einzelaufzeichnungs-, Belegerteilungs- und Registrierkassenpflicht, wenn alle folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

* Die Organisation und Durchführung erfolgt im Wesentlichen (d. h. zu
  mindestens 75 %) durch Vereinsmitglieder oder deren Angehörige.
  Eine Mitarbeit fremder Dritter ist nur unschädlich, wenn diese
  unentgeltlich erfolgt. Wenn externe Professionisten Tätigkeiten
  durchführen, die von der Behörde angeordnet oder für
  Nicht-Professionisten verboten sind, ist dies unschädlich
  (z. B. Durchführung eines Feuerwerkes, vorgeschriebene Security,
  Aufstellen eines Festzeltes).
* Auftritte von vereinsfremden Musik- oder Künstlergruppen sind
  unschädlich, wenn diese üblicherweise höchstens € 1.000,00 pro
  Stunde verrechnen.
* Prinzipiell ist die Verpflegung von den Vereinsmitgliedern zur
  Verfügung zu stellen. Die Verpflegung kann an einen Unternehmer
  ganz oder teilweise übertragen werden. Sie gilt dann nicht als
  Bestandteil des Vereinsfestes und ist gesondert zu betrachten.
* Die Veranstaltungen dürfen insgesamt höchstens 72 Stunden
  pro Kalenderjahr dauern. Dabei ist auf die Ausschankstunden
  abzustellen (Nachweis erforderlich). Die Gesamtdauer pro
  Kalenderjahr ist für jede territoriale Untergliederung des Vereins
  ohne Rechtspersönlichkeit gesondert zu bemessen, wobei die
  kleinste Untergliederung die Katastralgemeinde ist.
* Bei einem gemeinsamen Fest mehrerer gemeinnütziger
  Körperschaften ist das Vorliegen des entbehrlichen Hilfsbetriebs
  auf Ebene der jeweiligen Körperschaft zu prüfen. Für jeden
  beteiligten Verein ist die gesamte Stundenanzahl der geselligen
  Veranstaltung zu berücksichtigen.

Die Anzahl der Besucher ist nicht relevant für die steuerliche Einstufung eines Vereinsfestes als "klein".


Stand: 30. August 2017

Erstellt am: 08.09.2017
geändert am 08.09.2017