Welche Erleichterungen kommen für die Privatinsolvenz?

Welche Erleichterungen kommen für die Privatinsolvenz?

Die Novellierung des Schuldenregulierungsverfahrens ("Privatkonkurs") durch das Insolvenzrechtsänderungsgesetz (IRÄG) 2017, das vollständig mit 1.11.2017 in Kraft tritt, bringt wichtige Neuerungen.
Hier die wichtigsten Eckpunkte der Gesetzesnovelle dazu:

* Der bisher vorgeschriebene Versuch einer vorherigen außergerichtlichen
  Lösung mit den Gläubigern entfällt.
* Es bleibt beim Zahlungsplan für mindestens fünf Jahre: Rückzahlungsanbot
  an die Gläubiger, was in den nächsten fünf Jahren vom
  Einkommen pfändbar sein wird (auf max. Dauer von sieben Jahren
  zahlbar). Schuldner ohne pfändbares Einkommen können ohne
  Zahlungsplanvorschlag direkt das Abschöpfungsverfahren beantragen.
* Mangels angenommenen Zahlungsplans durch die Gläubiger kommt es
  zum Abschöpfungsverfahren (Pfändung auf das Existenzminimum): Hier
  entfällt die Mindestquote von bisher 10 % der Schulden und die
  Entschuldungsdauer wird von sieben auf fünf Jahre verkürzt.
* Die grundsätzlich gültige "Sperrfrist" von 20 Jahren wird für alle, deren
  Abschöpfung aufgrund der Mindestquote gescheitert ist, ausgesetzt. Sie
  dürfen sofort wieder Insolvenz beantragen.
* Übergangsregelung auch bei laufenden Privatkonkursen: Bestehende
  Verfahren laufen ab 1.11.2017 noch maximal weitere fünf Jahre (außer
  sie enden regulär schon vorher). Auch für sie ist dann Restschuldbefreiung
  ohne Mindestquote möglich. Bestehende Zahlungspläne können auf Antrag
  abgeändert werden, um auf die neuen Regelungen umsteigen zu können.


Stand: 30. August 2017

Erstellt am: 08.09.2017
geändert am 08.09.2017