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Worauf „angestellte Unternehmer“ besonders achten müssen

Worauf „angestellte Unternehmer“ besonders achten müssen

Egal ob Freiberufler, Werkvertragsnehmer oder „Neuer Selbständiger“ - die Sozialversicherungspflicht nach dem GSVG besteht für alle, die in irgendeiner Form selbständig tätig sind. Auch wenn Sie diese Tätigkeit lediglich im Nebenerwerb ausüben.
„Neuer Selbständiger“, echtes Dienstverhältnis oder doch freier Dienstvertrag - die Diskussion über die tatsächliche Art einer Tätigkeit ist in den letzten Jahren nicht abgeklungen. Von Bedeutung ist die Tätigkeit vor allem aus sozialversicherungsrechtlicher Sicht.

Denn in Österreich unterliegen Freiberufler, Werkvertragsnehmer und „Neue Selbständige“ der Sozialversicherungspflicht nach dem GSVG. Das heißt, dass die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit auf alle Fälle an die Sozialversicherungsanstalt der Gewerblichen Wirtschaft innerhalb eines Monats zu melden ist. Erfolgt keine Meldung und das Einkommen aus der selbständigen Tätigkeit übersteigt die Versicherungsgrenze (siehe unten) so müssen Sie mit einer Nachzahlung der Beiträge rechnen. Für die Pensions- und Krankenversicherungsbeiträge muss sogar mit einem Zuschlag in Höhe von 9,3 % der nachzuzahlenden Beiträge gerechnet werden.

Versicherungsgrenzen (Stand 2012):

Versicherungsgrenze I: 6.453,36 €
Sie gilt, wenn Sie innerhalb eines Jahres keine weitere Erwerbstätigkeit ausüben und auch sonst kein Einkommen aus einer anderen Quelle beziehen.

Versicherungsgrenze II: 4.515,12 €
Sie gilt, wenn innerhalb eines Beitragsjahres eine weitere Erwerbstätigkeit ausgeübt wird. Diese Grenze trifft in erster Linie für „angestellte Unternehmer“ - also jene Personen, die  im Nebenerwerb selbstständig tätig sind - zu. Diese Grenze gilt aber auch, wenn Sie ein Einkommen aus einer anderen Quelle (z.B.: Pension, Kinderbetreuungsgeld, etc.) beziehen.

Freiberufler (z.B.: Ärzte, Rechtsanwälte, Apotheker, etc.), die in einer gesetzlichen Interessenvertretung (Kammer) organisiert sind haben die Möglichkeit aus der GSVG-Pensions- bzw. Krankenversicherung auszutreten, wenn im jeweiligen Versicherungszweig ein gleichartige oder zumindest annähernd gleichwertige Versorgung der Kammermitglieder besteht („Opting out“). Für Künstler gibt es ebenfalls Sonderregelungen, über die Sie unsere Experten gerne aufklären.

Mehrfach versichert. Wenn Sie Ihre selbständige Tätigkeit im Nebenerwerb ausführen, so ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Sie mehrfach versichert sind (bei Vorliegen einer ASVG- oder BSVG-Versicherungspflicht). Wenn Sie mehrfach versichert sind und die Summe ihrer jährlichen Beitragsgrundlagen über der Höchstbeitragsgrundlage liegt, so können Sie in der Pensionsversicherung für Selbständige weniger oder gar keine Beiträge einzahlen. Dazu muss allerdings ein Antrag (Differenzbeitragsvorschreibung) eingebracht werden.

Betriebsausgabe. Beiträge zur Sozialversicherung minimieren übrigens Ihre Steuer, da Sie als Betriebsausgabe gelten.

Mehr zur optimalen Gestaltung Ihrer Selbständigkeit im Nebenerwerb erfahren Sie in einem persönlichen Gespräch mit unseren Experten.