Wir helfen Ihnen Stolpersteine zu umschiffen

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1842 - der Staat greift erstmals ein. Aus dem Hofkanzleidekret, das die Arbeit von Kindern unter 9 Jahren verbot, entwickelte sich das moderne österreichische Arbeitsrecht. Der aktuelle Kodex umfasst 1.100 Seiten. Ein Fall für echte Spezialisten.
Experten nennen das österreichische Arbeitsrecht einen Dschungel. Fakt jedenfalls ist, dass sich im Rechtsinformationssystem des Bundeskanzleramtes unter dem Begriff Arbeitsrecht 19.982 Dokumente finden. Wenn sie in der gleichen Datenbank den Begriff „Beendigung des Dienstverhältnisses“ eingeben, so finden sich immer noch 6.002 Einträge. Deshalb stehen Ihnen unsere Experten auch in komplizierteren Fragen des Arbeitsrechts zur Seite. Auch was die richtige Beendigung von Dienstverhältnissen betrifft.

Prinzipiell unterscheidet man vier Arten der Auflösung eines Dienstverhältnisses:
  • Kündigung durch den Arbeitgeber
  • Kündigung durch den Arbeitnehmer
  • Einvernehmliche Auflösung eines Arbeitsverhältnisses
  • Vorzeitige Auflösung aus schwerwiegendem Grund (Entlassung oder Austritt)
Je nach Art sind unterschiedliche Kündigungsfristen und Kündigungs(end)termine zu beachten. Der Kündigungs(end)termin ist der Zeitpunkt, zu dem das Arbeitsverhältnis beendet werden soll. Die Kündigungsfrist bestimmt den Zeitraum zwischen Zugang der Kündigung und dem Ende des Arbeitsverhältnisses. Kündigungstermin und -fristen hängen weiters davon ab, ob es sich beim Beschäftigten um einen Arbeiter oder einen Angestellten handelt.

Kündigungen durch den Arbeitgeber. Bei Arbeitern ist der jeweilige Kollektivvertrag zu beachten. Gibt es keinen, so können Kündigungsfristen und -termine in einer Betriebsvereinbarung oder im Einzelvertrag geregelt sein. Sollten diesbezüglich keine Regeln vereinbart sein, so gilt bei Gewerbebetrieben eine Kündigungsfrist von 14 Tagen. Wenn es sich nicht um einen Gewerbebetrieb handelt, so gelten die Fristen des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches (ABGB).

Bei Angestellten gelten folgende Kündigungsfristen:

1. bis 2. Arbeitsjahr 6 Wochen
3. bis 5. Arbeitsjahr 2 Monate
6. bis 15. Arbeitsjahr 3 Monate
16. bis 25. Arbeitsjahr 4 Monate
ab 26. Arbeitsjahr 5 Monate

Auch hier sind kollektivvertragliche Bestimmungen zu beachten. Kündigungs(end)termin ist immer das Quartalsende. Im Arbeitsvertrag kann jedoch von diesen Terminen abgegangen werden. Mehr Informationen dazu geben Ihnen unsere Experten.

Kündigung durch den Arbeitnehmer. Bei Arbeitern gelten die gleichen Regeln, wie für die Kündigung durch den Arbeitgeber. Bei Angestellten beträgt die Kündigungsfrist einen Monat, wobei die Dauer des Arbeitsverhältnisses keine Rolle spielt. Die Frist kann aber durch eine Vereinbarung verlängert werden, wobei sie nie länger als die Kündigungsfrist durch den Dienstgeber sein darf. Der Kündigungs(end)termin ist prinzipiell der letzte Tag des Monats. Diese Frist kann im Einvernehmen zwischen Arbeitgeber und Angestellten verkürzt werden. Es sollte aber ausdrücklich festgestellt werden, dass es sich nur um eine einvernehmliche Verkürzung der Frist handelt und nicht um eine einvernehmliche Auflösung des Dienstverhältnisses. Eine einvernehmliche Auflösung des Arbeitsvertrages ist im Abfertigungssystem „Alt“ mit einer Abfertigungszahlung an den Arbeitnehmer verbunden.

Einvernehmliche Lösung. In  diesem Fall müssen Arbeitgeber und -nehmer eine Einigung erzielen, die auch die gesetzliche Kündigungsfrist und den Kündigungs(end)termin verändern oder außer Kraft setzen kann. Im Abfertigungssystem „Alt“ steht dem Arbeitnehmer bei einer einvernehmlichen Lösung eine Abfertigung zu. Gleiches gilt im System „Alt" auch für die Kündigung durch den Arbeitgeber.

Vorzeitige Auflösung aus schwerwiegendem Grund.
Ein Arbeitsverhältnis kann sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer mit sofortiger Wirkung beendet werden (Entlassung bzw. berechtigter vorzeitiger Austritt). Gründe sind etwa: Unterschlagung, Handgreiflichkeiten, schwere Beleidigung, etc. Von den Arbeitsgerichten wird diese Beendigung in nur ganz wenigen Fällen anerkannt.

Über weitere Details, die mit der Beendigung eines Dienstverhältnisses zusammenhängen, informieren Sie unsere Mitarbeiter. Egal ob es sich um Urlaubsersatzleistungen oder die Unterschiede zwischen dem Abfertigungssystem „Alt“ und „Neu“ handelt. Für ein Lehrverhältnis gelten übrigens einige Sonderregelungen im Arbeitsrecht über die Sie unsere Mitarbeiter ebenfalls gerne aufklären.